
Autor: Max Prügner, Webdesigner seit 2017
Spezialist für moderne Websites für kleine und mittelständische Unternehmen · Über 400 Websites erstellt · mehr als 350 Kunden in Betreuung · inklusive Förder-Check
Ein Lead Magnet ist ein kostenloses Angebot, das ein Besucher gegen seine Kontaktdaten bekommt. Typische Beispiele sind Checklisten, Preisrechner, Vorlagen, Kurz-Guides, Rabattcodes und Webinare. Am besten funktioniert das Format, das ein konkretes Problem sofort löst, nicht das mit dem größten Umfang. Unser eigener Website-Preisrechner bringt 30 bis 40 Anfragen im Monat.
Von Max Prügner, Inhaber von MP-Webdesign. Seit 2017 am Markt, über 400 umgesetzte Projekte. Zuletzt aktualisiert am 29.07.2026.
10 Lead Magnet Beispiele im Überblick
Das sind die zehn Formate, die im Mittelstand am häufigsten eingesetzt werden. Die Spalte „Passt zu" ist der wichtigere Teil der Tabelle, denn das falsche Format an der falschen Stelle bringt Adressen, aber keine Kunden.
| Format | Beispiel | Passt zu | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Rechner oder Konfigurator | Preisrechner, Verbrauchsrechner, Förderrechner | Dienstleistung mit erklärungsbedürftigem Preis | Hoch |
| Checkliste | „12 Punkte, die vor dem Website-Start stehen müssen" | Beratung, Handwerk, alles mit Ablauf | Gering |
| Vorlage oder Muster | Angebotsvorlage, Übergabeprotokoll, Wartungsplan | B2B, Dienstleistung | Gering |
| Kurz-Guide oder E-Book | „BFSG in 10 Minuten verstehen" | Erklärungsbedürftige Themen | Mittel |
| Kostenloser Check | Website-Analyse, Sichtbarkeits-Check | Agenturen, Berater | Mittel, kostet Arbeitszeit |
| Rabatt- oder Gutscheincode | 10 Prozent auf die erste Bestellung | Onlineshop, Gastronomie, Einzelhandel | Gering |
| Webinar oder Live-Session | Sprechstunde zu einem Fachthema | B2B mit langem Verkaufszyklus | Hoch |
| E-Mail-Kurs | Fünf Mails an fünf Tagen zu einem Thema | Coaching, Weiterbildung | Mittel |
| Fallstudie | Ein Projekt mit Ausgangslage, Weg und Ergebnis | B2B, hochpreisige Leistungen | Mittel |
| Testversion oder Probemonat | 30 Tage kostenlos | Software, Abomodelle | Hoch |
Auffällig ist, was fehlt: das dicke E-Book. Wer 40 Seiten herunterlädt, liest sie meist nicht und erinnert sich nach zwei Wochen nicht mehr, warum er seine Adresse hinterlassen hat. Kurze Formate, die in fünf Minuten etwas erledigen, holen mehr Anfragen als lange, die Fleiß beweisen.
Was ist ein Lead Magnet?
Ein Lead Magnet ist ein kostenloses Angebot auf einer Website, das ein Besucher im Tausch gegen seine Kontaktdaten erhält. Aus einem anonymen Besucher wird dadurch ein Kontakt, mit dem sich weiterarbeiten lässt.
Der Tausch muss sich für beide Seiten lohnen. Sie bekommen eine E-Mail-Adresse, also etwas, das der Besucher nicht leichtfertig hergibt. Dafür muss er etwas bekommen, das ihm sofort hilft. Eine Checkliste, die ihm eine halbe Stunde Nachdenken spart, ist ein fairer Tausch. Ein Newsletter-Abo ist keiner, denn davon hat er im Moment des Klicks überhaupt nichts.
Wichtig ist der Unterschied zum Angebot. Ein Lead Magnet verkauft nicht, er beantwortet eine Frage, die vor dem Kauf steht. Wer das verwechselt, bekommt ein Formular, das niemand ausfüllt.
Unser eigener Fall: der Preisrechner
Wir setzen selbst einen Lead Magnet ein, und zwar einen Rechner. Wer wissen will, was eine Website kostet, kann bei uns die wichtigsten Eckdaten eingeben und bekommt eine Preisspanne.
Darüber kommen 30 bis 40 Anfragen im Monat.
Warum ausgerechnet ein Rechner funktioniert, liegt an der Frage dahinter. Die Preisfrage steht bei uns am Anfang jedes Gesprächs, und viele stellen sie ungern direkt. Der Rechner nimmt diese Hürde weg. Er beantwortet, was den Interessenten wirklich beschäftigt, und liefert uns nebenbei die Information, wie groß das Projekt wird.
Eine Checkliste zum selben Thema hätte diesen Effekt nicht. Sie erklärt, wovon der Preis abhängt. Der Rechner sagt eine Zahl. Wenn Sie sich zwischen zwei Formaten entscheiden, nehmen Sie das, das dem Besucher eine Entscheidung abnimmt, nicht das, das ihm eine erklärt.
Lead Magnet erstellen: in fünf Schritten
Einen Lead Magnet erstellen Sie, indem Sie bei der häufigsten Frage Ihrer Kunden anfangen, nicht bei dem Thema, über das Sie am meisten wissen.
Schritt 1: Die Frage vor dem Kauf finden
Gehen Sie die letzten zwanzig Anfragen durch, die bei Ihnen eingegangen sind. Welche Frage stand fast immer drin? Bei uns war es die Preisfrage. Bei einem Steuerberater ist es meist die Frage nach den Unterlagen. Bei einem Handwerker die Frage nach dem Termin. Diese Frage ist Ihr Thema.
Schritt 2: Das Format nach der Frage wählen
Eine Frage nach einer Zahl beantworten Sie mit einem Rechner. Eine Frage nach einem Ablauf mit einer Checkliste. Eine Frage nach einer Regel mit einem Kurz-Guide. Die Tabelle weiter oben hilft bei der Zuordnung.
Schritt 3: Klein anfangen
Eine einseitige Checkliste, die tatsächlich fertig wird, schlägt ein E-Book, das seit einem halben Jahr in Arbeit ist. Sie können später erweitern. Was Sie nicht können, ist Erkenntnisse aus etwas ziehen, das nie online ging.
Schritt 4: Formular kurz halten
Name und E-Mail reichen. Jedes weitere Pflichtfeld kostet Anmeldungen. Telefonnummer, Firmengröße und Branche können Sie im Gespräch erfragen, wenn der Kontakt erst einmal da ist. Denken Sie an den Hinweis auf die Datenschutzerklärung und an das Double-Opt-in, wenn Sie danach E-Mails verschicken wollen.
Schritt 5: Sichtbar platzieren
Der beste Lead Magnet bringt nichts, wenn er nur auf einer Unterseite im Menü hängt. Er gehört dorthin, wo die Frage entsteht: in den Blogbeitrag zum Thema, auf die passende Leistungsseite, in den Abschluss eines Ratgebers.
Warum Lead Magnets funktionieren
Lead Magnets funktionieren, weil die meisten Website-Besucher noch nicht kaufen wollen, aber schon recherchieren.
Ohne ein Zwischenangebot haben Sie nur zwei Zustände: Der Besucher schreibt Sie an oder er ist weg. Der Lead Magnet baut eine dritte Stufe dazwischen. Er ist der kleine Schritt, den jemand geht, der noch nicht so weit ist, das Kontaktformular auszufüllen.
Dazu kommt ein zweiter Effekt, den viele übersehen. Wer einen Rechner benutzt oder eine Checkliste durchgeht, beschäftigt sich mit Ihrem Thema. Er kommt informierter ins Gespräch, und das merkt man in der ersten Minute.
Die häufigsten Fehler
Der häufigste Fehler ist ein Lead Magnet, der nichts mit dem Angebot zu tun hat. Ein Reiseblog-Gewinnspiel auf der Seite eines Elektrikers bringt Adressen, aber keine Aufträge. Lieber fünfzig passende Kontakte als fünfhundert, die niemals kaufen.
Der zweite Fehler ist ein zu langes Formular. Sechs Pflichtfelder für eine einseitige Checkliste sind kein Tausch mehr, sondern eine Hürde.
Der dritte Fehler passiert nach dem Download. Viele richten den Lead Magnet ein und lassen die Kontakte dann liegen. Wenn niemand die Anfragen bearbeitet, ist das Formular nur Dekoration. Überlegen Sie sich vorher, was in den drei Tagen nach dem Download passiert.
Was ein Lead Magnet mit Ihrer Website zu tun hat
Ein Lead Magnet setzt eine Website voraus, die Besucher überhaupt bis zum Formular bringt. Wenn die Seite auf dem Handy schlecht bedienbar ist oder vier Sekunden lädt, ist der beste Rechner wirkungslos.
Wie wir Websites aufbauen, die Anfragen bringen, steht auf unserer Seite dazu, eine Website erstellen zu lassen. Wenn Ihre Seite steht und nur langsam ist, hilft Ihnen der Beitrag zum Thema Ladezeit der Website verbessern. Und wenn Sie Besucher aus Ihrer Region brauchen, bevor ein Lead Magnet überhaupt greifen kann, fangen Sie beim Local SEO an.
Unseren eigenen Lead Magnet können Sie sich direkt ansehen: der Website-Preisrechner.
Häufige Fragen zu Lead Magnets
Was ist der Unterschied zwischen einem Lead Magnet und einem Newsletter?
Ein Lead Magnet ist ein einmaliges Angebot, das der Besucher sofort bekommt, etwa eine Checkliste oder ein Rechner-Ergebnis. Ein Newsletter ist ein laufendes Abo. Der Lead Magnet ist der Grund, warum jemand seine Adresse hergibt, der Newsletter ist eine mögliche Fortsetzung danach.
Welcher Lead Magnet passt zu Handwerkern und lokalen Dienstleistern?
Formate, die eine konkrete Frage vor dem Auftrag beantworten. Eine Checkliste zur Vorbereitung, ein grober Kostenrechner oder ein Ablaufplan funktionieren besser als ein Fachartikel. Bei lokalen Betrieben zählt außerdem die Erreichbarkeit: Ein Rückrufwunsch mit Terminvorschlag ist oft der wirksamste Lead Magnet überhaupt.
Wie viele Anfragen sind über einen Lead Magnet realistisch?
Das hängt vor allem davon ab, wie viele Besucher Ihre Seite überhaupt hat. Bei uns bringt der Preisrechner 30 bis 40 Anfragen im Monat. Eine Website mit wenigen hundert Besuchern im Monat wird deutlich darunter liegen. Sinnvoller als eine Zielzahl ist die Frage, ob die Anfragen zu Ihrem Angebot passen.
Was kostet die Erstellung eines Lead Magnets?
Eine Checkliste oder Vorlage können Sie selbst schreiben, dort entstehen nur Kosten für Gestaltung und Einbindung. Ein Rechner oder Konfigurator ist Programmierarbeit und liegt entsprechend höher. Rechne den Aufwand gegen den Wert eines einzigen gewonnenen Auftrags, dann wird die Entscheidung meist einfach.
Brauche ich für einen Lead Magnet ein Double-Opt-in?
Für die Auslieferung des Lead Magnets selbst nicht zwingend, wenn der Nutzer ihn direkt anfordert. Sobald Sie die Adresse für Werbung oder einen Newsletter nutzen wollen, brauchen Sie eine saubere Einwilligung und in der Praxis ein Double-Opt-in. Trennen Sie die beiden Häkchen im Formular und weisen Sie auf die Datenschutzerklärung hin.
Wo gehört der Lead Magnet auf der Website hin?
Dorthin, wo die Frage entsteht, die er beantwortet. Das ist meist der passende Blogbeitrag oder die Leistungsseite, nicht die Startseite. Eine eigene Landingpage lohnt sich zusätzlich, wenn Sie Werbung darauf schalten.
Wie oft sollte ein Lead Magnet aktualisiert werden?
Immer dann, wenn sich der Inhalt ändert. Preise, gesetzliche Fristen und Tools veralten schnell. Ein Rechner mit Preisen von vorgestern schadet mehr, als er nutzt, weil das erste Gespräch dann mit einer Korrektur beginnt.
Fazit
Suchen Sie sich die Frage, die Ihre Kunden vor dem Kauf am häufigsten stellen, und beantworten Sie sie in dem Format, das am schnellsten zur Antwort führt. Bei uns war das ein Preisrechner, und er bringt 30 bis 40 Anfragen im Monat.
Fangen Sie klein an. Eine Seite, die fertig ist, schlägt vierzig Seiten, die es nie werden.