
Autor: Max Prügner, Webdesigner seit 2017
Spezialist für moderne Websites für kleine und mittelständische Unternehmen · Über 400 Websites erstellt · mehr als 300 Kunden in Betreuung
WordPress schneller machen heißt vor allem, in der richtigen Reihenfolge vorzugehen: zuerst messen, dann Bilder und Plugins, danach Schriften, Caching und Server. Die häufigsten Bremsen sind zu große Bilder, zu viele Plugins und ein zu knapp bemessenes Hosting. Wer mit dem Caching-Plugin anfängt, verdeckt die Ursache, statt sie zu beheben.
Das Wichtigste im Überblick
- Erst messen, dann optimieren. Ohne Ausgangswert wissen Sie nicht, was gewirkt hat.
- PageSpeed Insights zeigt zwei Messungen. Google wertet die Felddaten, nicht die Punktzahl.
- Bewertet wird das 75. Perzentil. Drei von vier Aufrufen müssen im grünen Bereich liegen.
- Ein Caching-Plugin gleicht keine zu großen Bilder aus.
- Ab einem bestimmten Punkt ist ein Neuaufbau billiger als die zweite Optimierungsrunde.
Woran Sie merken, dass Ihre Website zu langsam ist
Eine Website ist zu langsam, wenn Besucher abspringen, bevor der erste Inhalt sichtbar wird. Das lässt sich beobachten, lange bevor jemand ein Messwerkzeug öffnet.
Meistens fällt es zuerst auf dem Handy auf. Die Seite bleibt sekundenlang weiß. Man tippt einen Menüpunkt an, und es passiert nichts. Oder der Text springt beim Laden nach unten, weil ein Bild sich nachträglich Platz nimmt.
Dazu kommt der Blick von außen. Die Google Search Console meldet unter „Core Web Vitals" rote URL-Gruppen, oder eine Anfrage bleibt aus mit dem Hinweis, die Seite habe ewig gebraucht.
„Fühlt sich langsam an" und „misst sich langsam" sind allerdings nicht dasselbe. Eine Seite kann schnell fertig geladen sein und trotzdem träge wirken, weil das Layout beim Laden wandert. Umgekehrt wirkt eine Seite flott, deren größtes Bild erst spät nachrückt, solange oben schon Text steht. Deshalb steht das Messen am Anfang und nicht das Bauchgefühl.
Zuerst messen, sonst optimieren Sie ins Blaue
Messen Sie vor der ersten Änderung, sonst können Sie hinterher nicht sagen, welche Maßnahme etwas gebracht hat. Vier Werkzeuge reichen dafür aus, und sie messen Unterschiedliches.
| Werkzeug | Misst | Labor oder Feld | Wofür brauchbar |
|---|---|---|---|
| PageSpeed Insights | LCP, INP, CLS und eine Punktzahl | beides nebeneinander | Erster Blick auf eine einzelne Seite |
| Search Console, Bericht Core Web Vitals | LCP, INP, CLS über alle URLs | Feld | Überblick, welche Seitengruppen rot sind |
| GTmetrix | Ladeverlauf als Wasserfalldiagramm | Labor | Findet die eine schwere Datei |
| WebPageTest | Ladeverlauf, Standort und Gerät frei wählbar | Labor | Tiefenanalyse, für Einsteiger meist zu viel |
PageSpeed Insights bewertet dabei immer eine einzelne Webseite, nicht die gesamte Website. Alle vier Tools sind kostenlos. Für den Anfang genügen die ersten beiden. PageSpeed Insights zeigt Ihnen eine Seite im Detail, der Bericht in der Search Console zeigt Ihnen, ob das Problem die ganze Website betrifft oder nur eine Vorlage. Wo Sie diesen Bericht finden und wie er zu lesen ist, erklärt die Search Console Hilfe. Wer eine laufende Website-Betreuung hat, bekommt diese Werte regelmäßig geprüft, ohne selbst daran denken zu müssen.
Warum 95 Punkte nichts über Ihr Ranking sagen
PageSpeed Insights zeigt zwei Messungen. Die meisten lesen die falsche.
Oben im Bericht stehen die Felddaten. Das sind Aufrufe echter Besucher aus den letzten 28 Tagen, die Chrome gesammelt hat. Darunter steht die Laboranalyse: ein einzelner simulierter Aufruf auf einem künstlich gebremsten Handy. Der farbige Kreis mit der Punktzahl, auf den alle schauen, gehört zur Laboranalyse. Google bewertet aber die Felddaten.
Deshalb kann die Punktzahl bei 95 stehen und die Search Console trotzdem rot melden. Das ist kein Widerspruch. Die Laborzahl misst Ihre Seite unter Idealbedingungen, die Felddaten messen Ihre Besucher mit deren Geräten und deren Mobilfunknetz.
Dazu kommt etwas, das fast nirgends dabeisteht. Gewertet wird nicht der Durchschnitt, sondern das 75. Perzentil. Drei von vier Aufrufen müssen im grünen Bereich liegen. Ein schöner Mittelwert hilft Ihnen nichts, wenn ein Viertel Ihrer Besucher acht Sekunden wartet.
Erscheinen bei Ihnen gar keine Felddaten, hat die Seite zu wenig Verkehr für den Chrome-Bericht. Dann bleibt die Laborzahl. Die ist ein Hinweis und kein Urteil.
Die Reihenfolge: was zuerst, was später
Arbeiten Sie von der Ursache zur Kaschierung, nicht umgekehrt. Die Reihenfolge ergibt sich daraus, was eine Maßnahme tatsächlich tut.
Bilder, Plugins und Schriften bestimmen, wie viel überhaupt übertragen wird. Wer hier aufräumt, verkleinert die Fracht. Caching und Code-Minimierung sorgen dafür, dass die verbleibende Fracht schneller ausgeliefert wird. Server und PHP-Version entscheiden, wie lange es dauert, bis die Auslieferung überhaupt beginnt.
Daraus folgt die Reihenfolge: erst Bilder, dann Plugins, dann Schriften, dann Caching, dann Datenbank, zuletzt Hosting und PHP. Der Serverteil steht hinten, weil er meist Geld kostet und weil sich vorher oft zeigt, dass er gar nicht das Problem war.
Fast alle drehen diese Reihenfolge um, weil das Caching-Plugin der schnellste sichtbare Erfolg ist. Wer damit beginnt, sieht sofort einen besseren Wert und hat trotzdem nichts gelöst. Das 4 Megabyte schwere Handyfoto liegt weiterhin in der Mediathek, es wird nur schneller ausgeliefert. Beim ersten Besucher, für den noch kein Zwischenspeicher existiert, ist die Seite genauso langsam wie vorher.
Bilder komprimieren
Bilder sind bei den meisten WordPress-Websites die größte einzelne Bremse, und sie zu komprimieren ist der Schritt mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.
Am wichtigsten ist die Abmessung, und zwar vor dem Hochladen. Ein Foto, das im Layout 800 Pixel breit dargestellt wird, muss nicht mit 4.000 Pixeln in der Mediathek liegen. Danach kommt das Format: WebP liefert bei gleicher sichtbarer Qualität deutlich kleinere Dateien als JPEG, und alle aktuellen Browser zeigen es an. Die Kompression selbst erledigt ein Plugin für die gesamte Mediathek auch nachträglich.
Am häufigsten steckt hinter einer trägen Seite ein Handyfoto, das jemand ohne Zwischenschritt hochgeladen hat. Solche Dateien liegen bei mehreren Megabyte und sind auf einer Website nie nötig. Ein Blick in die Mediathek, sortiert nach Dateigröße, findet sie in einer Minute.
Lazy Load: was WordPress selbst kann
WordPress lädt Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs seit Version 5.5 von sich aus verzögert. Ein zusätzliches Plugin dafür brauchen Sie in der Regel nicht.
Wichtig ist die Ausnahme: Das große Bild ganz oben soll nicht verzögert laden, weil genau dieses Bild meist als LCP-Element gemessen wird. Viele Themes und Caching-Plugins bieten dafür einen Schalter, der die ersten Bilder ausnimmt.
Plugins ausmisten
Jedes aktive Plugin lädt eigenes CSS und JavaScript, oft auf allen Seiten, auch dort, wo es gar nichts tut. Weniger Plugins bedeuten deshalb fast immer eine kürzere Ladezeit.
Ungenutzte Plugins gehören gelöscht, nicht nur deaktiviert. Sie zu deaktivieren nimmt sie zwar aus der Ladekette, die Dateien liegen aber weiter auf dem Server. Welche Plugins auf einer bestimmten Seite tatsächlich Code ausliefern, zeigt Query Monitor, ein kostenloses Werkzeug für den Adminbereich.
Nehmen Sie das Formular-Plugin. Es wird auf der Kontaktseite gebraucht und lädt seine Dateien trotzdem auf jeder Unterseite mit. Viele Caching-Plugins und einige Optimierungs-Werkzeuge können Skripte gezielt pro Seite abschalten. Das ist der Punkt, an dem sich selektives Laden lohnt.
Doppelungen sind der zweite Klassiker: zwei Plugins, die beide Bilder optimieren, oder ein Sicherheits-Plugin neben einer Funktion, die das Theme schon mitbringt. Was doppelt läuft, kostet doppelt Zeit.
Schriften
Web-Schriften sind eine unterschätzte Bremse, weil der Browser Text erst anzeigt, wenn die Schriftdatei da ist. Jede zusätzliche Schriftfamilie und jeder zusätzliche Schriftschnitt ist eine weitere Datei.
Zwei Handgriffe wirken sofort. Reduzieren Sie die Zahl der Schnitte: Die meisten Websites kommen mit zwei bis drei aus, geladen werden häufig deutlich mehr. Und binden Sie Google Fonts lokal ein, statt sie von einer fremden Domain zu laden. Das spart eine Verbindung zu einem fremden Server und ist zugleich die datenschutzkonforme Variante, weil dabei keine IP-Adresse an Google übertragen wird. Performance und DSGVO fallen hier ausnahmsweise zusammen.
Die schnellste Variante bleibt der Verzicht. Systemschriften sind auf dem Gerät bereits vorhanden und laden in null Sekunden. Ob das zum Erscheinungsbild passt, ist eine gestalterische Entscheidung, keine technische.
Caching
Ein Caching-Plugin legt fertig zusammengesetzte Seiten ab, damit WordPress sie nicht bei jedem Aufruf neu erzeugen muss. Bei einer Website mit gleichbleibenden Inhalten ist das der größte Hebel nach den Bildern.
Zum selben Werkzeugkasten gehört die Code-Minimierung: überflüssige Zeichen aus CSS und JavaScript entfernen, Dateien zusammenfassen, JavaScript verzögert laden. Diese Schalter sitzen in denselben Plugins und sollten einzeln aktiviert und danach geprüft werden, weil verzögertes JavaScript gelegentlich Slider oder Formulare stört.
Wann sich die Bezahlversion nicht lohnt
WP Rocket kostet Geld und wird überall empfohlen. Meistens von Seiten, die an der Empfehlung mitverdienen. Deshalb hier die andere Hälfte.
Wir setzen WP Rocket selbst ein, auf den Websites, die wir betreuen. Wir verdienen nichts daran. Deshalb können wir Ihnen auch sagen, wann Sie es nicht brauchen.
Ein Caching-Plugin legt fertige Seiten ab, damit WordPress sie nicht bei jedem Aufruf neu zusammensetzt. Das können die kostenlosen genauso: WP Fastest Cache, LiteSpeed Cache, WP Super Cache. Bei einer Firmenwebsite mit acht Seiten und dreißig Besuchern am Tag werden Sie den Unterschied zu WP Rocket kaum messen.
Bezahlt wird für das, was daneben liegt: ungenutztes CSS entfernen, JavaScript verzögern, Bilder erst beim Scrollen laden. Wer das braucht und die Schalter nicht selbst suchen will, gibt das Geld sinnvoll aus. Eine kostenlose Version von WP Rocket gibt es übrigens nicht, das Plugin ist nur mit Lizenz zu haben.
Für uns rechnet sich diese Lizenz aus einem anderen Grund als für Sie. Auf fast allen Websites, die MP-Webdesign betreut, läuft dasselbe Caching-Plugin, und wir wissen, was nach einem Update passiert. Wer eine einzige Website betreibt, hat dieses Argument nicht.
Datenbank aufräumen
Eine aufgeblähte Datenbank verlängert die Zeit, die WordPress zum Zusammensetzen einer Seite braucht. Aufräumen lohnt sich vor allem bei älteren Websites.
Der größte Posten sind meist die Beitragsrevisionen. WordPress speichert jede Zwischenfassung, und bei einer Seite, an der lange gearbeitet wurde, kommen schnell dutzende zusammen. Die Zahl lässt sich in der wp-config.php begrenzen, ohne dass die Funktion verlorengeht.
Dazu kommen Spam-Kommentare im Papierkorb und verwaiste Tabellen von Plugins, die längst gelöscht sind. Letztere bleiben beim Deinstallieren oft zurück. Vor jedem Aufräumen gehört ein Backup angelegt, weil sich ein gelöschter Datenbankeintrag nicht zurückholen lässt.
PHP-Version und Hosting
Die Serverumgebung entscheidet darüber, wie lange es dauert, bis überhaupt das erste Byte beim Besucher ankommt. Diese Wartezeit heißt TTFB, Time to First Byte, und sie ist der einzige Wert, den Sie mit keiner Maßnahme im Frontend verbessern können. Alles Übrige kommt erst danach zum Tragen.
Die PHP-Version zu updaten ist einer der wenigen Schritte, die die Ladezeit direkt verbessern, ohne dass am Inhalt etwas geändert wird. Eine aktuelle PHP-Version verarbeitet denselben WordPress-Code spürbar schneller als eine mehrere Jahre alte. Nachsehen können Sie die Version im Adminbereich unter Werkzeuge und Website-Zustand, umgestellt wird sie beim Hoster. Nie ungetestet: Ältere Plugins vertragen einen Versionssprung manchmal nicht. Die aktuelle PHP-Version ist außerdem ein Sicherheitsthema, denn eine Version ohne Updates bekommt keine Sicherheitspatches mehr. Was das bedeutet, steht in einem eigenen Beitrag darüber, wie eine WordPress-Seite abgesichert wird.
Beim Hosting ist die Frage weniger, wer der Anbieter ist, als wie viele Websites auf derselben Maschine liegen. Sehr günstige Pakete teilen sich Rechenleistung mit hunderten Nachbarn, und das zeigt sich in der Antwortzeit des Servers.
Ein CDN verteilt Ihre Dateien auf Server rund um die Welt. Das hilft, wenn Ihre Besucher weit entfernt sitzen. Steht Ihr Server in Deutschland und kommen Ihre Kunden aus Sachsen, ist der Gewinn gering. Ob Server, PHP-Version und Plugins aktuell bleiben, prüft sich nicht von selbst. Einmalige Aktionen halten selten lange.
Was ein Page Builder kostet
Ein Page Builder wie Divi oder Elementor bringt eigenes CSS und eigenes JavaScript mit. Das wird auf jeder Seite geladen, auch wenn die Seite nur aus Text besteht. Wer danach sucht, findet schnell den Rat, auf den Block-Editor zu wechseln.
Der Rat ist nicht falsch. Er unterschlägt die Rechnung. Wechseln heißt, jede Seite neu aufzubauen. Bei zwanzig Unterseiten ist das kein Optimierungsschritt, sondern ein Neuaufbau, und dann sollte man ihn auch so nennen und so kalkulieren.
Divi bringt inzwischen eigene Einstellungen mit, die den größten Teil des Ballasts abstellen. CSS wird nur für die Module geladen, die auf der Seite vorkommen. Ungenutztes CSS fliegt raus, JavaScript wird verzögert. Die Schalter stehen im Theme unter Performance, und sie sind nicht in jeder Installation aktiv.
Wir bauen mit Divi und schalten das bei jeder Seite ein. Wie viel es bei Ihnen ausmacht, hängt davon ab, wie viele Module Ihre Seiten benutzen. Nachsehen können Sie selbst: Seite im Browser öffnen, Entwicklerwerkzeuge, Reiter Netzwerk, nach CSS und JS filtern.
Core Web Vitals: die drei Werte, die Google zählt
Core Web Vitals sind drei Messwerte, mit denen Google die erlebte Geschwindigkeit einer Seite bewertet, und Google empfiehlt ausdrücklich, sie im grünen Bereich zu halten, weil sie zu dem passen, was die Ranking-Systeme belohnen. Für SEO heißt das: Ladezeit ist kein reines Komfortthema, sie wirkt direkt auf die Sichtbarkeit. Nachzulesen ist das bei Google Search Central.
| Wert | Was er misst | Gut | Verbesserungswürdig | Typische Ursache bei WordPress |
|---|---|---|---|---|
| LCP | Zeit, bis das größte sichtbare Element geladen ist | bis 2,5 Sekunden | 2,5 bis 4 Sekunden | unkomprimiertes Headerbild, langsamer Server |
| INP | Reaktionszeit auf Klicks und Eingaben | bis 200 Millisekunden | 200 bis 500 Millisekunden | zu viel JavaScript aus Plugins und Page Builder |
| CLS | Verrutschen des Layouts während des Ladens | bis 0,1 | 0,1 bis 0,25 | Bilder ohne Größenangabe, nachgeladene Schriften |
Die Grenzwerte stammen von web.dev.
Ein Punkt sorgt regelmäßig für Verwirrung, und viele deutsche Ratgeber sind hier nicht mehr aktuell. Der frühere Wert FID, First Input Delay, maß nur die Verzögerung bis zur ersten Reaktion auf die erste Eingabe. Er wurde durch INP, Interaction to Next Paint, ersetzt. INP misst nicht mehr nur die erste Interaktion, sondern die Reaktionszeit über den gesamten Besuch hinweg und ist damit deutlich strenger. Wenn ein Ratgeber noch FID nennt, ist er älter als dieser Wechsel.
Wie Ladezeit mit den übrigen Faktoren zusammenspielt, steht in unserem Beitrag darüber, wie ein Google-Ranking verbessert wird.
Wie schnell muss es sein?
Der grüne Bereich reicht. 100 von 100 Punkten sind kein Ziel, sondern eine Zahl, für die am Ende Funktionen geopfert werden.
Die letzten Punkte kosten überproportional viel Aufwand. Wer sie erreichen will, schaltet oft Dinge ab, die es aus gutem Grund gibt: den Slider auf der Startseite oder das Bewertungswidget. Ob das ein guter Tausch ist, entscheidet nicht die Punktzahl, sondern die Frage, ob mehr Anfragen hereinkommen.
Sinnvoll ist deshalb ein anderes Ziel: alle drei Core Web Vitals im grünen Bereich, gemessen an den Felddaten, und danach nichts mehr. Der Rest der Zeit gehört den Inhalten.
Wann sich Optimieren nicht mehr lohnt
Es gibt einen Punkt, ab dem jede weitere Stunde an einer langsamen Website verbrannt ist. Erreicht ist er, wenn sich die Ursachen nicht mehr einzeln benennen lassen.
Woran Sie das merken. Das Theme bekommt seit Jahren keine Updates. Dann lässt sich der Code, den es ausliefert, nicht aufräumen, ohne die Seite auseinanderzunehmen. Oder es laufen zwanzig Plugins, von denen mehrere dasselbe tun. Jedes einzeln abzuschalten und zu prüfen kostet mehr Zeit als ein Neuaufbau. Oder die Seite liegt auf einem überfüllten Server, und der Hoster bietet keine aktuelle PHP-Version an. Dann entsteht die Wartezeit, bevor das erste Byte überhaupt ankommt, und alles, was Sie im Frontend optimieren, läuft ins Leere.
Eine Performance-Überarbeitung kostet bei MP-Webdesign 300 bis 600 Euro, je nachdem, was die Seite mitbringt. Bei Kunden mit laufender Betreuung kann sie in der Betreuung aufgehen. Trifft mehr als einer der Punkte oben zu, sagen wir Ihnen das vor der Beauftragung und rechnen einen Neuaufbau dagegen. Das ist ein unbequemes Gespräch und spart Ihnen Geld.
Wer an diesem Punkt steht, sollte statt der zweiten Optimierungsrunde lieber gleich eine Website erstellen lassen, die von Anfang an auf aktuellen Grundlagen steht.
Häufige Fragen
Wie schnell sollte eine WordPress-Seite laden?
Als Richtwert gilt der grüne Bereich der Core Web Vitals: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden, CLS bis 0,1. Entscheidend ist dabei nicht ein einzelner Testlauf, sondern dass drei von vier echten Aufrufen diese Werte einhalten.
Was ist ein guter PageSpeed-Score?
Ab 90 Punkten gilt der Score als gut, er beschreibt aber nur die Laboranalyse. Google bewertet für das Ranking die Felddaten aus echten Besuchen. Ein hoher Score bei roten Felddaten ist deshalb kein Widerspruch, sondern ein Hinweis darauf, dass zwei verschiedene Dinge gemessen wurden.
Warum ist mein mobiler Wert schlechter als der Desktop-Wert?
Weil mobil mit gebremster Verbindung und schwächerer Rechenleistung gemessen wird, während der Desktop-Test von einer schnellen Leitung ausgeht. Für die Bewertung zählt bei den meisten Websites der mobile Wert stärker. Optimieren Sie danach, nicht nach dem Desktop-Ergebnis.
Reicht ein Caching-Plugin allein?
Nein. Ein Caching-Plugin liefert vorhandene Inhalte schneller aus, verkleinert sie aber nicht. Zu große Bilder, zu viele Plugins und eine veraltete PHP-Version bleiben genau so bestehen. Das Plugin verbessert die Messwerte und verdeckt dabei, dass die Ursache unangetastet ist.
Macht Divi meine Seite zwangsläufig langsam?
Nein. Divi liefert eigenes CSS und JavaScript aus, bringt aber Einstellungen mit, die den Großteil davon abstellen: CSS nur für genutzte Module, ungenutztes CSS entfernen, JavaScript verzögern. Die Schalter sind nicht in jeder Installation aktiv. Bei MP-Webdesign wird Divi eingesetzt und diese Einstellungen werden bei jeder Seite aktiviert.
Was ist INP und was ist mit FID passiert?
INP steht für Interaction to Next Paint und misst, wie schnell eine Seite auf Klicks und Eingaben reagiert, und zwar über den gesamten Besuch. Der frühere Wert FID maß nur die erste Interaktion. FID wurde durch INP ersetzt, weshalb ältere Ratgeber an dieser Stelle nicht mehr zutreffen.
Bringt ein CDN etwas, wenn meine Kunden aus Sachsen kommen?
Wenig. Ein CDN verkürzt den Weg zwischen Server und Besucher. Steht Ihr Server in Deutschland und sitzen Ihre Kunden ebenfalls dort, ist dieser Weg bereits kurz. Die Einrichtung lohnt sich eher bei internationalem Publikum oder wenn sehr viele große Dateien ausgeliefert werden.
Wie oft muss ich die Werte prüfen?
Nach jeder größeren Änderung und sonst etwa vierteljährlich, weil neue Plugins und neue Inhalte die Ladezeit langsam wieder verschlechtern. Bei MP-Webdesign laufen die Wartungsläufe im Rhythmus von ein bis drei Monaten, und die Ladezeit wird dabei mitgeprüft.
Nächster Schritt
Messen Sie Ihre Startseite und eine typische Unterseite mit PageSpeed Insights und sehen Sie sich die Felddaten an. Was dort rot ist, bestimmt, wo Sie anfangen. Wenn Sie den Befund lieber besprechen möchten, bevor Sie etwas ändern, rufen Sie an.