

Autor: Max Prügner, Webdesigner seit 2017
Spezialist für moderne Websites für kleine und mittelständische Unternehmen · Über 400 Websites erstellt · mehr als 300 Kunden in Betreuung
Sie verbessern Ihr Google Ranking, wenn Sie in der richtigen Reihenfolge vorgehen: erst das Grundgerüst, dann ein Suchbegriff pro Seite, dann Inhalte und Empfehlungen von außen. Bei den meisten Webseiten, die wir übernehmen, fehlt genau dieses Grundgerüst. Deshalb bringen neue Texte dort wenig. Erste sichtbare Bewegungen zeigen sich bei uns meist nach zwei bis sechs Monaten.
Das Wichtigste im Überblick
- Die Reihenfolge entscheidet. Erst müssen Google Ihre Seiten finden und lesen können, dann bekommt jede Seite einen Suchbegriff, dann folgen Inhalte und Links.
- Ob Ihre Seiten überhaupt im Index stehen, sehen Sie kostenlos in der Google Search Console im Bericht „Seiten“.
- Zwei eigene Seiten zum selben Thema machen sich gegenseitig Konkurrenz. Jede Seite bekommt deshalb genau einen Hauptbegriff.
- Eine Gewichtung der Rankingfaktoren veröffentlicht Google nicht. Wer Ihnen sagt, ein Faktor zählt 30 Prozent, rät.
- Platz 1 kann Ihnen niemand versprechen. Das entscheidet am Ende Google allein.
Was beeinflusst das Google-Ranking?
Google will bei jeder Suche die Seite oben haben, die zur Frage passt und der man vertrauen kann. Dafür schaut Google grob auf vier Dinge. Passt Ihre Seite zu dem, was jemand eingetippt hat? Beantwortet der Inhalt die Frage auch wirklich? Kann Google die Seite technisch sauber laden und lesen? Und wirkt die Quelle vertrauenswürdig, z. B. weil andere auf sie verweisen?
Welche Systeme dahinterstecken, beschreibt Google selbst im Leitfaden zu den Ranking-Systemen der Google Suche. Eine Liste mit Gewichtungen finden Sie dort nicht. Wenn Ihnen jemand erzählt, ein bestimmter Faktor zählt 30 Prozent, dann rät er.
Für die Praxis ist etwas anderes wichtiger: Die vier Punkte hängen aneinander. Der beste Text bringt nichts, wenn Google die Seite gar nicht aufgenommen hat. Und eine schnelle Seite rankt trotzdem nicht, wenn sie auf keine Frage eine Antwort gibt.
Warum rankt meine Webseite nicht?
Meistens fehlt das Grundgerüst. Das sehen wir bei den meisten Webseiten, die wir übernehmen. Ob das bei Ihnen auch so ist, prüfen Sie am besten in der Google Search Console. Das Tool ist kostenlos und zeigt Ihnen, wie Google Ihre Webseite sieht.
Drei Stellen reichen für den Anfang:
- Der Leistungsbericht. Hier sehen Sie, bei welchen Suchanfragen Ihre Seiten überhaupt erscheinen, auf welcher Position und wie oft jemand klickt. Tauchen Ihre wichtigsten Leistungen dort gar nicht auf, wissen Sie schon eine Menge.
- Die Seitenindexierung. Unter „Seiten“ steht, welche Ihrer Seiten Google aufgenommen hat und welche nicht, jeweils mit Grund. Ein häufiger Status ist „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“. Das heißt: Google war auf der Seite, hat sie aber nicht in den Index übernommen. Damit kann sie auch nicht ranken.
- Die Kannibalisierung. Filtern Sie den Leistungsbericht nach einem Suchbegriff und schauen Sie in den Reiter „Seiten“. Stehen dort zwei oder mehr Ihrer Seiten, die sich abwechseln, dann machen die sich gegenseitig Konkurrenz.
Wenn Sie an einer dieser drei Stellen hängen bleiben, fangen Sie genau dort an. Wie, steht im nächsten Abschnitt.
7 Hebel in drei Stufen: So gehen Sie vor
Die Reihenfolge ist hier der eigentliche Punkt. Beim Hausbau decken Sie auch kein Dach, bevor das Fundament steht. Bei Ihrer Webseite ist das genauso. Viele Listen mit SEO-Maßnahmen fangen beim Schreiben an. Bei uns kommt das Schreiben erst in Stufe 3.
| Stufe | Hebel | Woran Sie das Problem erkennen | Womit Sie es prüfen | Selbst umsetzbar? |
|---|---|---|---|---|
| 1 Grundgerüst | 1 Indexierung | Seiten fehlen in der Google-Suche | Search Console, Bericht „Seiten“ | Ja |
| 1 Grundgerüst | 2 Technik | Seite lädt langsam, verrutscht, ist am Handy schwer zu bedienen | PageSpeed Insights, Search Console, eigenes Handy | Teilweise |
| 2 Suchbegriff | 3 Ein Begriff pro Seite | Mehrere Seiten wechseln sich beim selben Begriff ab | Search Console, Leistungsbericht | Teilweise |
| 2 Suchbegriff | 4 Titel und Meta | Seite erscheint, aber kaum jemand klickt | Search Console, Leistungsbericht | Ja |
| 3 Inhalte und Empfehlungen | 5 Inhalte | Seite beantwortet die Frage erst weit unten oder gar nicht | Eigener Blick mit den Augen eines Kunden | Ja |
| 3 Inhalte und Empfehlungen | 6 Interne Links | Wichtige Seiten sind nur über das Menü erreichbar | Durchklicken, Crawler-Tool | Ja |
| 3 Inhalte und Empfehlungen | 7 Empfehlungen von außen | Kaum andere Seiten verweisen auf Sie | Search Console, Bericht „Links“ | Teilweise |
„Selbst umsetzbar“ heißt: Sie können den Fehler ohne Programmierkenntnisse selbst beheben, z. B. im WordPress-Editor oder in Ihrem SEO-Plugin. „Teilweise“ heißt: Prüfen können Sie selbst, für die Lösung brauchen Sie oft Hilfe.
Bei den meisten scheitert es nicht am einzelnen Handgriff, sondern an der Frage, wo man anfängt, und an der Zeit. Genau diesen Teil übernehmen wir.
Stufe 1: Das Grundgerüst
Das Grundgerüst kommt zuerst, weil alles andere nur wirkt, wenn Google Ihre Seiten findet, lesen und aufnehmen kann.
Hebel 1: Sorgen Sie dafür, dass Google Ihre Seiten aufnimmt
Eine Seite, die nicht im Index steht, kann nicht ranken. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob Ihre wichtigen Seiten im Bericht „Seiten“ als indexiert auftauchen. Reichen Sie Ihre Sitemap in der Search Console ein. Und schauen Sie, ob irgendwo ein „noindex“ gesetzt ist, das da nicht hingehört. Das kommt vor, wenn eine Seite im Aufbau gesperrt war und nach dem Livegang keiner mehr dran gedacht hat.
Beim Status „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ nennt Google keinen Grund. Hier hilft nur ein ehrlicher Blick: Bietet die Seite etwas, das es auf Ihrer Webseite nicht schon an anderer Stelle gibt?
Hebel 2: Bringen Sie die Technik in Ordnung
Google bewertet die mobile Version Ihrer Webseite. Wenn die am Handy hakt, zählt das. Eine mobil optimierte Webseite ist deshalb heute Standard.
Dazu kommen die Core Web Vitals, also drei Messwerte für das Nutzererlebnis. LCP zeigt, wie schnell der größte sichtbare Inhalt da ist. INP misst, wie schnell die Seite auf einen Klick oder eine Eingabe reagiert. Der Wert hat im März 2024 den alten FID abgelöst. CLS zeigt, ob beim Laden etwas verrutscht. Ihre Werte finden Sie in der Search Console und in PageSpeed Insights. Läuft Ihre Seite auf WordPress, finden Sie in unserem Beitrag WordPress schneller machen die üblichen Bremsen.
Bei strukturierten Daten, also dem Markup für Artikel, Fragen oder Ihr Unternehmen, lohnt sich ein realistischer Blick. Die aufklappbaren FAQ-Einträge zeigt Google für normale Unternehmensseiten seit 2023 nicht mehr in den Suchergebnissen an. Das Markup hilft trotzdem, weil Maschinen, auch KI-Systeme, Ihre Inhalte damit eindeutiger zuordnen können.
Stufe 2: Ein Suchbegriff pro Seite
Erst wenn Google Ihre Seite sauber lesen kann, lohnt die Frage, wofür sie ranken soll. Diese Frage beantworten Sie vor dem Schreiben, nicht danach.
Hebel 3: Geben Sie jeder Seite genau einen Suchbegriff
Jede Seite bekommt ein Thema und einen Hauptbegriff. Überlegen Sie dafür, welche Fragen Ihre Kunden haben und mit welchen Wörtern sie danach suchen. Das sind die Keywords, nicht die Fachbegriffe aus Ihrem Betrieb.
Wenn zwei Seiten dasselbe Thema bedienen, weiß Google nicht, welche gemeint ist. Uns ist das selbst passiert. Dieser Artikel hat früher ausführlich Kosten und Dauer behandelt, unser Ratgeber zu SEO für kleine und mittlere Unternehmen auch. Und zwar mit unterschiedlichen Zahlen. Heute ist das getrennt: Hier geht es um das Vorgehen. Kosten und Dauer stehen im Ratgeber SEO für KMU: Kosten und Dauer.
Hebel 4: Titel und Meta-Description beantworten die Suche
Der Seitentitel ist die blaue Überschrift in den Suchergebnissen. Die Meta-Description ist der kurze Text darunter. Beide Metadaten entscheiden mit, ob jemand klickt. Setzen Sie den Suchbegriff im Titel nach vorne und sagen Sie klar, was man auf der Seite bekommt.
Die Beschreibung schreiben wir inzwischen als Antwort, nicht als Ankündigung. Statt „Erfahren Sie hier alles über …“ steht bei diesem Artikel: erst das Grundgerüst, dann ein Suchbegriff pro Seite, dann Inhalte. Google übernimmt Ihre Beschreibung übrigens nicht immer. Manchmal zieht es sich selbst einen passenden Absatz aus der Seite. Auch deshalb gehört die Antwort in den ersten Absatz.
Stufe 3: Inhalte und Empfehlungen von außen
Diese Stufe kommt zuletzt, weil Inhalte und Links erst dann etwas bringen, wenn die Seite technisch läuft und klar ist, wofür sie stehen soll.
Hebel 5: Beantworten Sie die Frage gleich am Anfang
Wer sucht, hat eine Frage. Beantworten Sie die in den ersten Sätzen und liefern Sie die Details danach. Was ein guter Inhalt braucht, können nur Sie liefern: eigene Erfahrung, echte Beispiele, Zahlen aus Ihrem Betrieb. Genau das hat ein Portal nicht.
Beiträge, die lange aktuell bleiben, also sogenannte Evergreen-Inhalte, sollten Sie überarbeiten, sobald sich etwas ändert, z. B. wenn Google einen Messwert austauscht, wie 2024 beim Wechsel von FID zu INP. Nur das Datum hochzusetzen bringt nichts. Wenn Ihnen dafür die Zeit fehlt, gehört das zur laufenden Betreuung Ihrer Webseite.
Hebel 6: Verlinken Sie Ihre Seiten untereinander
Interne Links sind das günstigste Werkzeug, das Sie haben. Sie zeigen Google, welche Seiten zusammengehören und welche Ihnen wichtig sind. Verlinken Sie mit einem Text, der sagt, was hinter dem Link steckt. „Hier klicken“ sagt nichts. Und jede neue Seite sollte von mindestens einer bestehenden Seite aus erreichbar sein, nicht nur über das Menü.
Hebel 7: Sammeln Sie Empfehlungen von außen
Links von anderen Webseiten, die Backlinks, sind für Google so etwas wie Empfehlungen. Setzen Sie nur auf verdiente: ein Eintrag beim Branchenverband, ein Bericht in der Lokalzeitung, ein Link von einem Partner oder Lieferanten, mit dem Sie wirklich zusammenarbeiten. Gekaufte Links verstoßen gegen die Richtlinien von Google. Davon raten wir ab, auch wenn die Angebote im Postfach verlockend klingen.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit
Bei einem Handwerksbetrieb aus dem Bereich barrierefreies Bad sind die monatlichen Besucher innerhalb von drei Monaten von 80 auf 500 gestiegen. Das war allerdings ein Fall mit guten Voraussetzungen, nicht die Regel.
Derselbe Betrieb hat von uns auch einen Ratgeber zu den Zuschüssen der Pflegekasse bekommen. Heute kommt gut jeder vierte Klick von Menschen, die nicht nach dem Firmennamen gesucht haben, über genau diesen Ratgeber. Ein einzelner Beitrag, der eine konkrete Frage beantwortet, holt dort also rund ein Viertel dieser Klicks.
Platz 1 kann Ihnen niemand versprechen.
Wer Ihnen ein garantiert besseres Ranking verkauft, verspricht etwas, das er nicht in der Hand hat. Das entscheidet am Ende Google allein.
Wie verbessere ich mein Ranking bei Google Maps?
Für lokale Suchen entscheidet vor allem Ihr Google-Unternehmensprofil. Wählen Sie als Hauptkategorie die, die Ihre Kernleistung am genauesten beschreibt. Füllen Sie alle Angaben aus, von den Öffnungszeiten bis zu den Leistungen. Laden Sie echte Fotos hoch, z. B. von Ihren Arbeiten und Ihrem Team. Und bitten Sie zufriedene Kunden um eine Bewertung, am besten direkt nach dem Auftrag. Antworten Sie auf Bewertungen, auch auf die kritischen.
Google nennt in seiner Hilfe zum Unternehmensprofil für die lokalen Ergebnisse drei Punkte: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Auf die Entfernung haben Sie keinen Einfluss, auf die anderen beiden schon. Wie Sie dabei im Einzelnen vorgehen, lesen Sie unter lokale Suchmaschinenoptimierung und in unserem Beitrag Google-Unternehmensprofil optimieren.
Wird Google durch KI ersetzt?
Nein. Aber die KI-Übersicht beantwortet viele Fragen jetzt direkt in der Suche und nennt dazu ihre Quellen. Laut Googles Doku zu den KI-Funktionen in der Suche gelten dafür dieselben Grundlagen wie für die normale Suche. Ihre Seite muss indexiert sein und mit einem Textausschnitt angezeigt werden dürfen. Es hilft, wenn eine Frage in einem klaren Absatz beantwortet wird, so wie am Anfang dieses Artikels.
ChatGPT und Perplexity durchsuchen das Netz mit eigenen Crawlern. Wer den Such-Crawler von ChatGPT (OAI-SearchBot) oder PerplexityBot in der robots.txt aussperrt, kann dort nicht als Quelle erscheinen. Wer nur GPTBot sperrt, blockiert das Training, nicht die Suche. Schauen Sie also einfach einmal nach, was in dieser Datei steht.
Was kostet es, bei Google weiter oben zu stehen?
Bei uns liegt der Einstieg bei 1.000 Euro einmalig. Dazu kommt laufende monatliche Nacharbeit, meist im Bereich von 300 bis 1.000 Euro im Monat, denn SEO ist kein Projekt, das man einmal abschließt. Was Sie selbst übernehmen können und wie lange es dauert, lesen Sie im Ratgeber SEO für KMU: Kosten und Dauer.
Häufige Fragen
Kann ich mein Google Ranking kostenlos verbessern?
Ja, vieles davon. Die Search Console kostet nichts, und Titel, Beschreibungen, interne Links oder das Unternehmensprofil können Sie selbst anpassen. Was es kostet, ist Zeit. Bei der Technik brauchen Sie oft jemanden, der sich mit Ihrem System auskennt.
Kann ich ohne Backlinks ranken?
Bei Themen mit wenig Konkurrenz klappt das eher, z. B. bei sehr speziellen Fragen oder lokalen Suchen. Bei hart umkämpften Begriffen wird es ohne Empfehlungen von außen schwer. Anfangen sollten Sie aber sowieso mit Indexierung, Technik und einem klaren Suchbegriff pro Seite.
Wie oft sollte ich Inhalte aktualisieren?
Einen festen Rhythmus brauchen Sie nicht. Überarbeiten Sie einen Beitrag, wenn sich an der Sache etwas ändert: Preise, Regeln oder Messwerte. Ein neues Datum ohne neuen Inhalt bringt nichts.
Wie komme ich im Google-Ranking nach oben?
Indem Sie in der Reihenfolge arbeiten: erst Indexierung und Technik, dann ein klarer Suchbegriff pro Seite, dann Inhalte und Empfehlungen von außen.
Nächster Schritt
Und falls Sie ohnehin über eine neue Webseite nachdenken: Wenn das Grundgerüst schon beim Bau stimmt, müssen Sie später weniger reparieren. Mehr dazu unter Webseite erstellen lassen.
Quellen: Leitfaden zu den Ranking-Systemen der Google Suche · KI-Funktionen und Ihre Website · Lokales Ranking bei Google verbessern. Angaben geprüft am [Datum].